Zusammenhang Feinstaub und Herzinfarkt bzw. Schlaganfall?
abgelegt im Archiv Herz und Kreislauf , Medizin-News , Umwelt und Hygiene am 31.08.09
Das Thema "Feinstaub" hat mich in diesem Blog immer wieder einmal beschäftigt. Gibt man das Suchwort "Feinstaub" ein, werden sechs Artikel angezeigt (probieren Sie es aus). Ein Beispiel nenne ich - weiter unten, damit Sie erst diesen aktuellen Text lesen.
Neuerdings hat die Wissenschaft den Zusammenhang zwischen Verkalkung der Herzkranzgefäße und (Feinstaub-)Belastung an einer verkehrsreichen Straße genauer nachweisen können. Was das bedeutet, wissen Leser dieses Blogs sicherlich: Die Gefahr zu Herzinfarkt oder Schlaganfall ist größer, wenn man an einer verkehrsreichen Straße wohnt!!
Forscher der Universitäten Duisburg-Essen und Düsseldorf haben die Heinz Nixdorf Recall Studie analysiert, die diesen Monat in der renommierten amerikanischen Fachzeitschrift "Circulation", dem Organ der American Heart Association, veröffentlicht wird.
"Recall", so konnte ich nachlesen, steht für Risk Factors, Evaluation of Coronary Calcification, and Lifestyle (Risikofaktoren, Erhebung koronarer Verkalkung und Lebensstil).
Die Forschungsarbeit wurde seit 2000 in den drei Städten Mülheim, Essen und Bochum durchgeführt. Insgesamt 4814 zufällig ausgewählte Männer und Frauen im Alter von 45-74 Jahren wurden nach bekannten Risikofaktoren und Vorerkrankungen befragt und dann nach allen Regeln der Kunst gründlich untersucht.
"Das wichtigste Ergebnis unserer Studie ist, dass Menschen, die nahe an einer vielbefahrenen Straße wohnen, eine stärkere Arteriosklerose der Herzkranzgefäße - die Blutgefäße, die das Herz versorgen - aufweisen als solche, die weiter entfernt wohnen," sagt Dr. Barbara Hoffmann vom Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie der Universität Duisburg-Essen. "Dies gilt auch, wenn wichtige Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen, wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes und ein hoher Cholesterinspiegel berücksichtigt werden."
Verglichen mit Studienteilnehmern, die mehr als 200 m entfernt von einer Autobahn oder Bundesstraße wohnen, sei die Chance, eine starke Verkalkung zu haben, erhöht um
63% für diejenigen, die innerhalb 50 m wohnen,
34% für diejenigen, die innerhalb 51-100 m wohnen und
8% für diejenigen, die innerhalb 101-200 m wohnen.
Unmaßgeblicher Kommentar von mir, der ich die Details der Forschungsarbeit nicht gelesen habe: Der Zusammenhang ist eindeutig und nicht anzuzweifeln: Je näher man einer verkehrsreichen Straße wohnt, um so stärker ist die Arteriosklerose. Die Frage, ob das am Feinstaub liegt, ist damit aber nicht geklärt ... Die Bedingung "verkehrsreiche Straße" ist multifaktoriell - will sagen; sie bedeutet auch Lärm und abgase und so weiter! Könnte es nicht zum Beispiel auch sein, dass der Stress durch den ständigen Lärm die Arteriosklerose verursacht? Denn dass psychosoziale Faktoren, die man unter "Stress" zusammenfassen kann, zur Arteriosklerose beitragen, ist doch eigentlich eine Binsenweisheit - oder?
Der oben bereits genannte Link beschreibt das Vorhaben der Nixdorf-Studie, nicht aber die (ersten) Ergebnisse. Meine Quelle dafür war (über openPR) medizin-aspekte.de.
In einem früheren Artikel auf diesem Blog wurde über den Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und Mittelohrentzündung berichtet. Hier wurde tatsächlich der Feinstaub gemessen!
Bild: pixelio.de (schubalu)

Tags: Feinstaub Herzinfarkt Schlaganfall Arteriosklerose
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